erotic photography, ein Interview

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Arbeiten von anderen gesehen werden? Wenn Sie ihre künstlerische Arbeit dem Zeigen oder Ausstellen gegenüber stellen, wie ordnen sie es ein, was ist für sie wichtiger?

Für mich ist Kunst, egal in welcher Form, eine weltumspannende universelle Sprache, eine Sprache die nicht nur für die Menschen unserer Zeit gedacht ist sondern eine, die die Jahrhunderte überdauert. Mit dem richtigen Schlüssel und einer Portion Verstand ist es möglich die Dinge unabhängig von Zeit, Sprache und Kultur zu entschlüsseln und zu verstehen…

Ich bin niemand, der zwingend mit erotischer Kunst Geld verdienen muss, ich bin Berufsfotograf im Bereich der Werbung. Aber die erotische Kunst ist mir ein Anliegen die die Wahrheit über die Menschen erzählt. Eine ästethisierte Wahrheit, aber keines der Bilder ist erlogen. Jedes Bild ist ein Ergebnis aus langen vorhergehenden Gesprächen.

Insofern ist es für mich extrem wichtig das meine Bilder gezeigt werden aber es ist nicht relevant wann! Mir ist das machen der Bilder extrem wichtig, die Kommunikation mit den Menschen vor meiner Kamera ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Das Herstellen der Bilder für mich anstrengend. Im Kopf genauso wie in der Umsetzung. Ich bin kein Markettingexperte. ich achte nicht darauf was sich verkauft und was nicht. Für mich sind die Gedanken hinter den Bildern wichtiger, die kleinen Andeutungen. Manschmal gelingt es mir, und manchmal nicht.

Die Ausstellung meiner Bilder ist wichtig, ich möchte gerne das sie gezeigt werden aber ich würde sie niemals in einer Bar oder in einem kleinen Ort zeigen.

Ich möchte das Sie von Menschen gesehen werden die nicht nur Nacktheit in den Bildern sehen sondern die sich mit den Bilder befassen… mit der Wahrheit über Erotik in der heutigen Zeit.

Es gibt mittlerweile viele Bilder, jedes einzelne ist es wert gezeigt und angesehen zu werden. Ich versuche in den Onlineplattformen wie Flickr, Ipernity und Heutekunst das passende Puplikum zu finden. wobei Flickr immer die 200 aktuellsten Bilder enthält. Ich habe ein Buch gemacht, das die besten Bilder zeigt. aber man muss heute schon Lindbergh oder Newton heißen damit die breite Öffentlichkeit sich für das interessiert was gemacht wird, jedenfalls derzeit hier in Deutschland.

Vorausgesetzt ein Künstler möchte seine Arbeiten präsentieren, verlangt die künstlerische Arbeit den Glauben an sich Selbst oder Arroganz? Ist es notwendig, das andere den Wert in Ihrer Arbeit sehen?

Natürlich interessiere ich mich sehr für das was andere Künstler machen. Ich habe vor etwa 2 jahren in Flickr eine Gruppe ins Leben gerufen die sich „NEA New Erotic Art in Photography“ nennt… Ich bin stolz darauf was sich dort abspielt und pflege es sehr. Jedes einzelne Bild wird geprüft. Allerdings muss ich zugeben das es natürlich auch sehr polarisiert ist. Es ist mein Geschmack und meine Auffassung von moderner erotischer Kunst. Möglicherweise liege ich falsch, möglicherweise aber auch richtig. Eines der Kriterien für das Zulassen der Bilder in diese Gruppe ist für mich jedesmal die Frage, würde ich mir das Bild an die Wand hängen.

Insofern ist genau die Arroganz der Auswahl auch die Wertschätzung des Künstlers… Die Arbeit an dieser Auswahl ist mir wichtig, sie inspiriert mich und sie beschäftigt mich jeden Tag. Ich finde das Niveau dort extrem hoch und genau das ist auch mein Ansporn an Fotografie.

Die Überzeugung das ich das richtige mache erleichtert mir dann natürlich auch das Arbeiten mit meinen eigenen Bildern, Modellen und Geschichten…

Was hängt an Ihren Wänden? Sammeln Sie die Arbeiten anderer Künstler?

An meinen realen Wänden zu Hause hängen überwiegend meine eigenen Bilder sowie Ausstellungsplakate von Künstlern in deren Ausstellungen ich war.

Ich würde gerne Orginale von anderen Fotografen an der Wand hängen haben.. allerdings lassen meine finanziellen Mittel es nicht zu….

Andererseits gebe ich auch heute noch eine Menge Geld für Bücher aus die sich hier in Regalen und auf den Tischen stapeln. Ich liebe Bücher über Fotografie…

Vorausgesetzt sie haben welche, was sind Ihre größten Bedenken beim schaffen von Kunst?

Meine größten Bedenken entstehen immer dann wenn ich anfange mit einem neuen Model zu arbeiten. Es ist mein eigener Einfluss auf die Gedanken der Menschen mit denen ich arbeite…

Es verzerrt Ihre eigene Wahrnehmung und Erotik erheblich. Allerdings denke ich dann auch wieder das es legitim ist, da alles beeinflusst. Jedes Magazin, jede Internetseite und jede TV Sendung die sich mit der Erotik auseinandersetzt. Alles beeinflusst und manipuliert…

Wenn sich also jemand von mir beeinflusssen lässt ist es somit auch eine gewisse Wahrheit…

Allerdings ist es oft so, das es in meiner Fotografie (leider) um sehr junge Menschen geht. Ich bin gerade gestern 48 Jahre alt geworden und mein Horizont im Bereich der Erotik ist oft um einiges erweitert zu dem was die Menschen vor meiner Kamera kennen. Es ist schon eine gewisse Verantwortung und es bedarf auch einer gewissen Klärung ob man den Mädels diesen Horizont zeigen darf oder ob man sich vllt ein wenig zurück hält um sie Ihre eigenen Erfahrungen und Geschichten real erleben lassen soll.

Wiederrum bietet das Internet heute so viele Möglichkeiten das junge Menschen machmal mehr wissen als den meisten lieb ist…  sie trauen sich nur oft nicht darüber zu sprechen… werden einerseits erotisiert und andererseits halten sie es für abartig…

Erinnern Sie sich oft an Ihre Träume?

Ich erinnere mich sehr gut an meine Träume… Einer meiner großen Träume ist genau die Arbeit die ich heute betreibe.Es gibt diesen Traum und dieses Anliegen seit 25 Jahren….

Zu diesem Traum gehört natürlich auch eine gewisse Resonanz in der Öffentlichkeit. Galerien und Verleger in Deutschland interessieren sich derzeit nicht sehr für Erotische Kunst in der Fotografie…

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How important is it to you, that your work be seen by others. When you balance the Making of the art versus Showing or Exhibiting your art, how do those stack up?

To me, art – no matter in which form – is a global universal language. A language, that is not only meant to be understood by people of today, but furthermore a language to be outlasting the centuries.

Using the right key and a reasonable mind, it is possible to decipher and understand art and its meaning irrespectively of time, language and culture.

I am not the person, who mandatorily needs to make a living by doing erotic arts. I am a professional photographer mainly doing advertising. But erotic art has been a particular concern to me and the way I am realizing it, I am giving an accurate picture of who the people really are. It’s an aesthetic truth, but not a single picture is made up. Each picture is a result of long preceding conversations.

In so far as it is extremely important to me that my pictures get displayed, it is not relevant when. The process of making the pictures is very important to me. The communication with the people on the other side of the camera is a major part of my work. The process is strenuous to me, both mentally and as regards the actual shooting. I am not a marketing expert. I also don’t pay attention to what is selling at the market and what is not. To me, the thoughts behind the pictures are essential, the small messages one can find in the pictorial language. My success in this area fluctuates.

Of course, having an exhibition is important to me and I like my pictures to be on display. However, I would never want to show them in a small bar or a smaller city. I want them to be looked at by people, who not only see nudity in the pictures, but who also allow themselves inside the works… at the same time being aware of the truth eroticism offers today.

In the meantime I gathered a lot of pictures. Each individual one is worthy of being on display and being appreciated. Using the online platforms flickr, ipernity and heutekunst, I am trying to find the optimum audience. Flickr always has the latest 200 of my pictures. I have also published a book that includes the best of my pictures, but one needs to be called Lindbergh or Newton in this day and age in order to reach the general public in Germany right now.

Assuming an artist wants their work see by others, does making art require something between faith in yourself and arrogance? Is it necessary to believe others will find value in your work?

I am, of course, very much interested in the works of other artists. Two years ago I initiated a group on Flickr that is entitled ‚NEA – New Erotic Art in Photography.‘ I am proud of what goes on there and I keep an eye on administration, the contacts and the database. Each single picture is proofed before it is published. I have to admit that I do take the liberty of applying polarized regulation at the selection process.

It is down to my taste and perception of what modern erotic art is. Maybe I am wrong, perhaps I am right. Of the many given criteria, one is the often repeated question: Would I display that picture on my wall?

In so far as the strict criteria I am applying to the selection of the pictures, I am showing my appreciation of the artist. Working on this selection is important to me, it is inspiring and I am engaged with it on a daily basis. I find the level at flickr extremely high and, by right, that can be my claim on photography.

Of course, the conviction of doing the right thing makes working with my own pictures, models and stories that much easier.

What hangs on your walls? Do you collect the work of other artists?

At home, most of the wall displays are my own work along with some exhibition posters featuring artists whose shows I have visited. I would like to have some original works from other photographers on my walls, but I have to admit that currently my finances don’t allow that.

However, I still spend lots of money on books. I love books about photography and they pile up at home on the boards and tables.

What are your biggest doubts (assuming you have any), about your artwork?

My biggest concerns are always raised as soon as I start to work with a new model because I am aware of how easily I can influence the thoughts of the people I work with. The ability of manipulating their thoughts can lead, to a certain extent, to a considerable distortion of their own perception of the erotic. However, in reality, I feel this is quite legitimate as we are continuously influenced by our environment. Each magazine, each internet page and every TV broadcast that in some way deals with the erotic can influence and manipulate our thoughts and minds.

If someone lets him or herself be influenced by me prior or during a photo shoot then this is a true part of them as well.

However, in the business of photography it often occurs that mostly (and unfortunately) those very young people that are posing in front of the camera lack a deeper knowledge of the range that eroticism can offer. I have only just turned 48 but my own horizons concerning eroticism are often expanded considerably in retrospect to the erotic knowledge held by those in front of my camera.

That’s why there is a certain responsibility and a need to provide clarification. Is it ok to broaden the individual’s knowledge, many of whom are girls, or should one back off to a certain extent and allow them space to live out their own lives and experiences in front of the camera without being manipulated by me?

On the other hand, the medium of the internet offers such widespread opportunities to garner information on any topic. Young people, therefore, know a lot more about eroticism than they may care to think. They often don’t verbalize the knowledge they have gained, being on the one hand turned on but on the other considering some aspects kinky or abnormal. This gives them mixed feelings about what erotic life could offer them and where they stand on the issue.

Do you often remember your dreams?

I have a clear memory of my dreams and one of the bigger dreams concerned the work that I am doing right now. So I have been living and focusing on this dream for 25 years now. However, some kind of feedback from the public is inextricably linked to this dream. Galleries and publishers in Germany do not show much interest in erotic art in photography today though.

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